Telemark – der Ursprung des Skilaufs neu entdeck. Immer häufiger bleiben die Wintersportler auf den Schweizer Skipisten stehen und bestaunen einen Telemärkler, der in eleganten und dynamischen Schwüngen die Hänge hinunterfährt. Der Ursprung des Skilaufs, der Schwung aller Schwünge, hat sich als Breiten- und Spitzensport etabliert in der Schweiz etabliert.

Ungefähr 1860 ebnet der Norweger Sondre Norheim aus Morgedal in der Provinz  mit seinen Entwicklungen dem Skifahren den Weg: taillierte Skis, stabile Bindungen und Schuhe, sowie die Telemark-Technik. Fast ein ganzes Jahrhundert vergeht, bis der Telemark-Schwung durch die parallele Skitechnik verdrängt wird. In den 80er Jahren wird der Telemark-Sport in den USA wiedergeboren, findet den Weg zurück nach Skandinavien und wird dort zum Volkssport.

Auch in den Alpen findet die Telemark- Technik neue Anhänger. In der Schweiz wird 1989 der Telemark-Verband Schweiz gegründet, um die Entwicklung dieses Sportes zu fördern und zu koordinieren. In den letzten Jahren hat sich der Telemark-Sport in der Schweiz etabliert, ist jedoch weit davon entfernt ein Massensport zu werden. Mit dem kontinuierlichen und gesunden Wachstum kann diese Bewegung aber auch nicht einfach als kurzfristiger Trend abgegolten werden. Dazu beigetragen haben vor allem die Ausbildung von Telemark-Instruktoren, die aktiven Clubs und die erfolgreiche Rennszene.

Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass Telemark nicht ganz einfach zu erlernen ist. Es erfordert Kraft, Ausdauer, Koordinationsvermögen und Gleichgewicht um diese Sportart in der Natur erfolgreich zu erleben. Der Telemärkler ist ein Mensch, der Freude an der Natur hat, der sich von der Masse abheben will und es geniesst in einer anderen Art und Weise über den Schnee zu gleiten.

Der Telemark-Schwung ist geprägt durch den Ausfallschritt, der durch die freie Ferse und den beweglichen Schuh ermöglicht wird: hoch die Ferse, tief das Knie. Dabei wird der Aussenski nach vorne und der Innenski nach hinten geschoben.

Die Möglichkeiten auf den Telemark-Skis sind unbegrenzt. Der Anfänger bewegt sich bevorzugt auf gut präparierten Pisten, sucht aber bald einmal die Herausforderung: Buckelpiste, steile Hänge, Tiefschnee, Rennen, usw. Wichtiger Bestandteil des Telemark ist das Springen: der Schlag bei der Landung wird in der Telemark-Position sanft gedämpft. Durch die freie Ferse und das leichte Material ist Telemark sehr gut geeignet zum Skiwandern und für Skitouren. Mit einer Ausrüstung können all diese Aspekte des Telemark erlebt werden.

Eine sehr starke Entwicklung im Bereich Telemark-Material hat sich in den letzten Jahren ergeben. Waren die Ausrüstungen vor einigen Jahren noch ähnlich dem im nordischen Skilauf gebräuchlichen Material, geht die Entwicklung heute eherRichtung alpines Material. Der Lederschuh ist von den Plastikschuhen mit mehreren Schnallen verdrängt worden. Bei den Skiern geht die Tendenz klar Richtung Tele-Carver.

Aber auch die Nostalgie und Tradition ist beim Telemark nicht verloren gegangen. Oft sind Telemärkler in Norweger-Kleidern, die Frauen mit Rock, und dem klassischen Holzstock inmitten von Skifahrern und Snowboardern anzutreffen. Gerade diese ist das schöne am Telemark-Sport: eine grosse Familie, bestehend aus Nostalgikern, Rennläufern, Naturfreunden, Menschen aus allen Kreisen, die an der Ausübung ihres Sportes Freude haben und das auch ausstrahlen.